[Hardware] Temperaturen

Started by HBerger, September 10, 2026, 10:57:30 AM

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Der Unterschied ist, dass mit höherer Temperatur [i]alle[/i] (sub)molekularen Prozesse schneller ablaufen, also auch alle Alterungsprozesse in Materialien, Oxidation, Elektromigration usw.Theoretisch, ja. Wie sieht es mit praktischen und echten Effekten aus? Ausfall nach 11 Jahren und einem Monat anstelle von 11 Jahren?

Außerdem sinkt mit höherer Temperatur bei Halbleitern aus Silizium der Widerstand, wodurch ggfs. der fließende Strom steigt, und erhöhter Strom ist auch wieder eine höhere Belastung für die Komponenten.Auch hier wieder, ja theoretisch. Dieser Effekt ist selbst bei 400W GPUs beim Vergleich 40° vs 80° äusserst klein.
Ganz zu schweigen von einer 10W SSD/HDD.

Idealerweise wäre das komplette System überall auf der exakt gleichen Temperatur, die sich auch niemals ändern sollte. Diese Forderung ist natürlich vollkommen absurd. Einverstanden. Mein Argument beim damaligen RTX GPU Mining war immer, eine mining GPU würde ich mit Kusshand kaufen. Während die normale Gaming GPU hunderte Zyklen von 80° auf 21° hinter sich hat, lief die mining GPU konstant auf der gleichen Temperatur. Absurd ist es gerade bei einem Server/Firewall aber keineswegs. Die laufen ja 24/7.

Allerdings habe ich mich auch selten mit der Kühlung von HDDs abgegeben und trotzdem haben es viele ewig überlebt, allerdings kamen die meist nur auf 43°C, keinesfalls und schon gar nicht dauerhaft auf 60°. Also mich würde es stören, ganz besonders bei Hardware, die auf Jahrzehnte hin zuverlässig laufen soll, eine Firewall z.B. .Nun gut, das ist halt deine gefühlte Wahrheit, dass eine HDD auf 43° jahrelang zuverlässig läuft, nicht aber auf 60°.
Rein wissenschaftlich gesehen ist es hingegen irrelevant. Die Hersteller sind ja nicht doof. Die geben aus gutem Grund 5y Garantie und eine Temperaturbereich von 10-60°. Gäbe es auch nur eine 1% Chance eines höhren Ausfalles, wäre der Range 10-55°

wenn man schon nichts weiter unternimmt, sollte man zumindest die natürliche Konvektion / Kamineffekt unterstützenKamineffekt ist bei Computern ein Ammenmärchen. Der wird brutal überschätzt. Das zieht vielleicht bei einem passiven Gehäuse, wenn da aber nur ein einzelner 80mm Lüfter dreht, ist Feierabend. Du könntest eine Case mit einem 120mm Lüfter am Heck auf den Rücken stellen (so dass er voll gegen den Kamineffekt arbeiten müsste) und könntest vermutlich keinen Temperaturunterschied messen.


Sorry für den Rant, aber ich kann solche "gefühlten Wahrheiten" nicht unkommentiert im Raum stehen lassen. Es ist bewusst provokant geschrieben und ich habe nicht für jede meiner Behauptungen selbst einen wissenschaftlichen Beweis. Den muss ich IMHO aber auch nicht erbringen, da ich die Behauptungen nicht in den Raum gestellt habe. Dies soll lediglich als kritischer Denkanstoss gelesen werden.

@HBerger mach dich nicht verrückt. Deine Temperaturen sind völlig im grünen Bereich.

Today at 12:54:57 AM #16 Last Edit: Today at 03:30:38 AM by drosophila
Quote from: JamesFrisch on September 28, 2026, 07:51:18 AMDer Unterschied ist, dass mit höherer Temperatur [i]alle[/i] (sub)molekularen Prozesse schneller ablaufen, also auch alle Alterungsprozesse in Materialien, Oxidation, Elektromigration usw.Theoretisch, ja. Wie sieht es mit praktischen und echten Effekten aus? Ausfall nach 11 Jahren und einem Monat anstelle von 11 Jahren?
Wohl eher Ausfall kurz nach Ablauf der Garantiezeit vs. Ausfall nach 10 Jahren. Besonders interessant wird es demnächst werden, wenn wir erfahren, ob die Eigenschaften des Niedrigtemperatur-Bleifreilotes zu vorzeitigen Ausfällen führen, weil z.B. durch den niedrigen Schmelzpunnkt thermische Effekte zu Versprödung der Lötungen und somit Kontaktverlust führen. AFAIK steht der massenhafte Einsatz Desselben aber noch aus.
Quote from: JamesFrisch on September 28, 2026, 07:51:18 AMAllerdings habe ich mich auch selten mit der Kühlung von HDDs abgegeben und trotzdem haben es viele ewig überlebt, allerdings kamen die meist nur auf 43°C, keinesfalls und schon gar nicht dauerhaft auf 60°. Also mich würde es stören, ganz besonders bei Hardware, die auf Jahrzehnte hin zuverlässig laufen soll, eine Firewall z.B. .Nun gut, das ist halt deine gefühlte Wahrheit, dass eine HDD auf 43° jahrelang zuverlässig läuft, nicht aber auf 60°.
Rein wissenschaftlich gesehen ist es hingegen irrelevant. Die Hersteller sind ja nicht doof. Die geben aus gutem Grund 5y Garantie und eine Temperaturbereich von 10-60°. Gäbe es auch nur eine 1% Chance eines höhren Ausfalles, wäre der Range 10-55°
Also was denn nun? Anfangs schießt Du dagegen, und nun bist Du dabei (43°->11 Jahre, 60°->5 Jahre)? Außerdem sind die Zeiten, in denen 5 Jahre Garantie bei Festplatten nahezu Standard waren, lange vorbei. Heute bekommt man mit ganz viel Glück noch 3 Jahre als Standard, meistens ist es exakt das gesetzlich vorgeschriebene Minimum von 2 Jahren (nachdem die schon auf 1 Jahr oder sogar weniger runter waren). Alles andere kostet extra als "Garantieverlängerungsoption", was aber rein gar nichts an der geplanten Lebensdauer des Produktes ändert, im Gegensatz zu der von Dir völlig korrekt dargestellten Standardgarantie (mit der Verlängerungsoption be/überzahlt man nämlich genau Deine 1%). Der Hersteller möchte nämlich auch nicht, dass das Gerät deutlich länger hält als die Garantiezeit. "Wissenschaftlich" haben aber keine unserer Einzelerfahrungen irgendeine Relevanz, es wird nicht umsonst für eine aussagekräftige Untersuchung eine Mindestanzahl in den Hunderten und alles unter exakt kontrollierten Bedingungen vorausgesetzt.
Quote from: JamesFrisch on September 28, 2026, 07:51:18 AMwenn man schon nichts weiter unternimmt, sollte man zumindest die natürliche Konvektion / Kamineffekt unterstützenKamineffekt ist bei Computern ein Ammenmärchen. Der wird brutal überschätzt. Das zieht vielleicht bei einem passiven Gehäuse, wenn da aber nur ein einzelner 80mm Lüfter dreht, ist Feierabend. Du könntest eine Case mit einem 120mm Lüfter am Heck auf den Rücken stellen (so dass er voll gegen den Kamineffekt arbeiten müsste) und könntest vermutlich keinen Temperaturunterschied messen.
Mir ist schon klar, daß es beim stinknormalen PC-Gehäuse keinen Kamineffekt gibt, dazu sind die Dimensionen (Höhe vs. Breite) viel zu weit vom Notwendigen weg, selbst ohne den ganzen Krempel im Inneren. Da hat man nur die natürliche Konvektion, die nicht identisch mit dem Kamineffekt ist. Bei Geräten wie einer Firewall-Appliance, einem Switch o.Ä., insgesamt alles, was mit 1HE oder sogar nur 0,5HE daherkommt, sieht das aber anders aus, und darum ging es AFAICS beim OP?
Quote from: JamesFrisch on September 28, 2026, 07:51:18 AMSorry für den Rant, aber ich kann solche "gefühlten Wahrheiten" nicht unkommentiert im Raum stehen lassen. Es ist bewusst provokant geschrieben und ich habe nicht für jede meiner Behauptungen selbst einen wissenschaftlichen Beweis. Den muss ich IMHO aber auch nicht erbringen, da ich die Behauptungen nicht in den Raum gestellt habe. Dies soll lediglich als kritischer Denkanstoss gelesen werden.
Dem kann ich mich nur anschließen: ich wollte und konnte solche Behauptungen wie "60° ist kein Problem, und 80° auch nicht" genausowenig im Raum stehen lassen. Besonders nicht, wenn ich gegenteilige Erfahrungen gemacht habe (3 identische Laptopplatten, eine mit 61° Maximaltemp, eine mit 43° Maximaltemp und eine mit 23° Maximaltemp für je etwa 1000h. Nach ca. 3 Jahren im Dauerbetrieb mit geringer Last aber aktiver Kühlung bei ca. 23° bekam zuerst die 61er defekte Sektoren, 1 Jahr später die 43er und die 23er war noch immer fehlerfrei, als der ganze Stapel weitere 2 Jahre später außer Betrieb genommen wurde). Die Garantiezeit haben sie somit alle überstanden, die war bei denen damals noch 3 Jahre. Zu SSDs kann ich noch keine Aussage machen, weil ich dafür zu wenig Langzeiterfahrungen damit sammeln konnte.

Bei Prozessoren hat man sich an die hohen Temperaturen gewöhnt, weil die internen Sensoren im Die integriert sind und daher ungefähr die Kerntemperatur Tj messen, wohingegen alle externen Sensoren (also in Festplatten und anderen Geräten) schon bestenfalls nur noch die Gehäusetemperatur eines Bauteils messen können, die gern mal 30° niedriger als die Kerntemperatur ist. Bei Festplatten dann sowieso nur noch die Temperatur an einer, hoffentlich sinnvoll gewählten, Stelle. Zudem ist dann das Gerät auf Temperaturen an dieser Stelle ausgelegt, nicht aber darauf, komplett und dauerhaft so heiss zu sein, wie es aber wird, wenn es mit einer Heizung (AKA CPU) in einem lüfterlosen, verschlossenen Gehäuse eingesperrt ist.
Unabhängig von der Kühlsituation ist aber eine Auslegung des Gerätes mit genug Toleranz essenziell für Zuverlässigkeit. Nicht umsonst wird bei Billigprodukten gern die Hälfte der VRM-Komponenten nicht bestückt, weil es ohne diese halt meistens auch die Garantiezeit gerade so übersteht. Ich habe aber lieber seltener Downtime bei kritischer Infrastruktur als häufigen Tausch, selbst wenn auf Garantie.

Mir ist aber eigentlich vollkommen schnuppe, was der OP macht, meinetwegen kann er das Teil auch in eine Heizdecke einpacken oder bei 80° in den Backofen stellen. ;)