OPNsense Forum

International Forums => German - Deutsch => Topic started by: Classic89 on November 28, 2025, 06:44:37 PM

Title: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: Classic89 on November 28, 2025, 06:44:37 PM
Hallo zusammen,
ich hoffe es ist okay wenn ich hier eine eher Netzwerk-spezifische Frage stelle die nur am Rande mit OPNSense zu tun hat. Und zwar hätte ich eine Frage über die Verwendung von Unmanaged switches in Verbindung mit VLANs.

Kurz zu meinem Ausgangspunkt. Ich habe aktuell hinter meiner OPNSense-Maschine drei Netzwerkbuchsen, eine ist für das WAN, aus einer geht aktuell das LAN (und damit alle VLANs) raus und die dritte ist unbenutzt. An dem LAN hängen über eine Powerlan-Verbindung (leider keine Netzwerkkabel in der Wohnung verlegt und der Internet-Anschluss liegt sehr ungünstig) an zwei Ausgängen jeweils ein Managed Switch der die LAN-Geräte und den WLAN-AP anschließt und den entsprechenden VLANs zuordnet. Das ganze ist gerade mit dem WLAN AP eher ungünstig, da die Powerline-Verbindung die Bandbreite doch schon stark einschränkt und wenn ich auf meinem Desktop PC mal etwas größere Runterlade frisst das die gesamte Bandbreite. Daher möchte ich das jetzt auftrennen, da ich über einen Kabelkanal zumindest einen der beiden Switche direkt per Ethernet-Kabel dran hängen kann. In dem Zuge möchte ich auch noch einen dritten Switch einbauen, der direkt hinter der OPNSense sitzt und an dem dann auch der WLAN AP direkt angeschlossen werden soll. Um sich Stromkabel zu sparen, würde ich hier gerne eine POE-Switch einsetzen, da die verwendeten Switche und der AP jeweils POE-fähig sind.

Nun zu meiner Frage. Ich würde in dem Zuge auch planen, den dritten Ethernet-Port an der OPNSense zu nutzen und die VLANs gewissermaßen auf beide aufteilen. Ich plane aktuell mir einen 6 Port Switch mit 4 POE-Ports zu kaufen. In die beiden nicht POE-Ports würde ich dann die Kabel direkt aus den beiden Ausgängen der OPNSense führen und mit den POE-Ports dann die aktuell vorhandenen Switche und den WLAN AP speisen. Damit könnte ich zumindest die beiden direkt über Ethernet angehängten Geräte ohne Netzkabel betreiben. In diesem Fall müssten die VLANs an alle dahinter liegenden Switche und den AP weitergeleitet werden. Geht dies über einen Unmanaged Switch? Leitet dieser einfach den gesamten getaggten Traffic weiter? Oder ist hierfür ebenfalls ein Managed Switch notwendig, da die VLANs ja von zwei verschiedenen Ports kommen? Ich würde mir gerne den Aufpreis für den Managed POE Switch sparen, wenn er nicht unbedingt erforderlich ist. Oder bringt das Aufteilen der VLANs auf zwei Ethernet-Ports in diesem Setup gar nichts? Dann könnte ich auch weiterhin den gesamten Traffic über einen Port leiten und dann würde in jedem Fall ein Unmanaged Switch reichen.

Vielen Dank schon mal im Voraus!
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: knebb on November 30, 2025, 01:10:46 PM
Moin,

wenn ich auch Deine Struktur nicht so ganz durchblicke, so gilt: Finger weg von unmanaged Switchen bei Verwendung von VLAN!

Diese unmanaged Switche sind dann eher sowas wie eine Bridge. Eingehender Verkehr mit dem "VLAN42" tag wird auch auf allen Ports rausgejagt. Ebenso "VLAN3141".

Du könntest zwar einen managed dahinter schalten, aber dann blickt ja keiner mehr durch...

/KNEBB

Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: meyergru on November 30, 2025, 01:55:59 PM
Leider ist es so, dass das Verhalten von unmanaged Switches nicht genau definiert ist - im besten Fall verhalten sie sich so, als wenn alle Ports als "Trunk" konfiguriert sind, aber garantiert ist das nicht.
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: knebb on November 30, 2025, 02:18:31 PM
Quote from: meyergru on November 30, 2025, 01:55:59 PMLeider ist es so, dass das Verhalten von unmanaged Switches nicht genau definiert ist - im besten Fall verhalten sie sich so, als wenn alle Ports als "Trunk" konfiguriert sind, aber garantiert ist das nicht.
...was meine Aussage ja noch bestätigt. Sobald Du mit VLANs arbeitest, läßt du die Finger von unmanaged Switches. Einzige Ausnahme: die sollen in nur einem VLAN verwendet werden und werden über "Untagged" angebunden....
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: viragomann on November 30, 2025, 02:59:05 PM
Hallo,

nicht VLAN-fähige Switche verbinden einfach sämtliche angeschlossenen Geräte und vermitteln die Pakete entsprechend der Hardwareadressen. Sie kümmern sich einfach nicht um die VLAN Tags, weil sie dafür auch keine Logik implementiert haben. Soweit jedenfalls meine Erfahrung.
Also im Grunde kann man VLANs drüber schicken, wie sonst über einen Trunk Port. Eine Trennung der VLANs geht so natürlich nicht, auch nicht, wenn sie über verschiedene Leitungen laufen.

Wie du die VLANs auf die Leitungen aufteilen möchtest, ist mir auch nicht klar. Wenn du die beiden Leitungen optimal ausnutzen möchtest, konfiguriere eine Bündelung. OPNsense kann das. Der Switch müsste es natürlich auch unterstützen.
Und dieser könnte dann doch auch gleich VLANs unterstützen.
Der weitere Aufpreis hierfür ist wohl geringer als für PoE, was du ohnehin haben möchtest. Wenn du den Switch eh erst kaufen musst, sollte sich daher diese Frage gar nicht stellen.

Grüße
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: Classic89 on December 01, 2025, 11:22:48 AM
Quote from: knebb on November 30, 2025, 01:10:46 PMMoin,

wenn ich auch Deine Struktur nicht so ganz durchblicke, so gilt: Finger weg von unmanaged Switchen bei Verwendung von VLAN!

Diese unmanaged Switche sind dann eher sowas wie eine Bridge. Eingehender Verkehr mit dem "VLAN42" tag wird auch auf allen Ports rausgejagt. Ebenso "VLAN3141".

Du könntest zwar einen managed dahinter schalten, aber dann blickt ja keiner mehr durch...

/KNEBB



Danke für deine Antwort. Der Gedanke war im wesentlich nur, den gesamten Network-Traffic auf beide Ethernet-Ports der OPNSense aufzuteilen und die Verteilung dahinter übers Netzwerk über einen zentralen Switch zu organisieren. Sprich zwei Leitungen aus der OPNSense raus, in einen Switch und von da aus ins gesamte Haus, also an den WLAN AP und die beiden im Haus verteilten Switche an denen alle primären kabel-gebundenen Geräte hängen. Die Aufteilung des Traffics in VLANs würde hier auch erst an den beiden "End"-Switches und dem WLAN AP (der ist VLAN fähig) gebraucht. Daher der Gedanke mit dem unmanaged Switch.

Quote from: meyergru on November 30, 2025, 01:55:59 PMLeider ist es so, dass das Verhalten von unmanaged Switches nicht genau definiert ist - im besten Fall verhalten sie sich so, als wenn alle Ports als "Trunk" konfiguriert sind, aber garantiert ist das nicht.


Danke für den Hinweis, dann ist das vermutlich keine so gute Idee.

Quote from: viragomann on November 30, 2025, 02:59:05 PMHallo,

nicht VLAN-fähige Switche verbinden einfach sämtliche angeschlossenen Geräte und vermitteln die Pakete entsprechend der Hardwareadressen. Sie kümmern sich einfach nicht um die VLAN Tags, weil sie dafür auch keine Logik implementiert haben. Soweit jedenfalls meine Erfahrung.
Also im Grunde kann man VLANs drüber schicken, wie sonst über einen Trunk Port. Eine Trennung der VLANs geht so natürlich nicht, auch nicht, wenn sie über verschiedene Leitungen laufen.

Wie du die VLANs auf die Leitungen aufteilen möchtest, ist mir auch nicht klar. Wenn du die beiden Leitungen optimal ausnutzen möchtest, konfiguriere eine Bündelung. OPNsense kann das. Der Switch müsste es natürlich auch unterstützen.
Und dieser könnte dann doch auch gleich VLANs unterstützen.
Der weitere Aufpreis hierfür ist wohl geringer als für PoE, was du ohnehin haben möchtest. Wenn du den Switch eh erst kaufen musst, sollte sich daher diese Frage gar nicht stellen.

Grüße

Der primäre Gedanke war, wie oben genannt, den Traffic auf die beiden Ports aufzuteilen. Ich hatte bisher immer so verstanden, das Bridging von mehreren Ethernet-Ports nicht empfohlen wird. Der Gedanke war, dass ich an dem Switch hinter der OPNSense nicht zwangsläufig eine VLAN-Verteilung brauche, sondern erst an den "Endgeräten", wo bereits VLAN-fähige Geräte hängen. Und nach meiner Recherche war der Aufpreis für Managed eben doch nicht so gering. Aber dann werde ich wohl eher doch auf einen managed switch für das genannte Szenario setzen müssen.

Danke auf jeden Fall für den Input an auch alle!
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: viragomann on December 01, 2025, 11:28:15 AM
Quote from: Classic89 on December 01, 2025, 11:22:48 AMdas Bridging von mehreren Ethernet-Ports nicht empfohlen wird.
Die Empfehlung ging Richtung Bonding (IEEE 802.3ad). Das ist eine grundsätzlich andere Technik.

Grüße
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: Patrick M. Hausen on December 01, 2025, 11:29:08 AM
Mit einem managed Switch kannst du aus beiden Ports ein LACP-Bundle machen, und darüber beliebig viele VLANs betreiben. Je nach Anzahl der Endgeräte in deinem gesamten Netz, wird sich der Traffic dann schön auf die beiden Ports verteilen.
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: meyergru on December 01, 2025, 12:36:02 PM
Oder auch nicht, weil die billigen Switche LACP maximal anhand der MACs machen. Wenn die ungünstig ausfallen, kann der Traffic zufällig auch immer nur über den selben Port laufen. Das mittelt sich statistisch erst heraus, wenn sehr viele Clients gleichzeitig Traffic verursachen - im Heimnetz eher unwahrscheinlich.

Deswegen mache ich das meist über 2.5 Gbps-Ports und verteile die VLANs gescheit, z.B. LAN auf einen Port und alle anderen VLANs auf den anderen. Meistens läuft der Inter-VLAN Traffic ja zwischen LAN und einem der VLANs, dann ist garantiert, dass zwei Ports dafür genutzt werden.

LAGG würde ich eher für Failover-Konstellationen nutzen.

Trotzdem benötigt man dafür einen managed Switch - der wird dann aber auch mit zwei Ports an die OpnSense angeschlossen.
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: Classic89 on December 01, 2025, 12:47:43 PM
Quote from: meyergru on December 01, 2025, 12:36:02 PMOder auch nicht, weil die billigen Switche LACP maximal anhand der MACs machen. Wenn die ungünstig ausfallen, kann der Traffic zufällig auch immer nur über den selben Port laufen. Das mittelt sich statistisch erst heraus, wenn sehr viele Clients gleichzeitig Traffic verursachen - im Heimnetz eher unwahrscheinlich.

Deswegen mache ich das meist über 2.5 Gbps-Ports und verteile die VLANs gescheit, z.B. LAN auf einen Port und alle anderen VLANs auf den anderen. Meistens läuft der Inter-VLAN Traffic ja zwischen LAN und einem der VLANs, dann ist garantiert, dass zwei Ports dafür genutzt werden.

LAGG würde ich eher für Failover-Konstellationen nutzen.

Trotzdem benötigt man dafür einen managed Switch - der wird dann aber auch mit zwei Ports an die OpnSense angeschlossen.


Ja genau das war mein Gedanke, aber dann sollte ich mich wohl eher nach einem managed POE-Switch umsehen. Vielen Dank für die zahlreichen Tipps und Hinweise!
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: Patrick M. Hausen on December 01, 2025, 01:22:21 PM
Quote from: meyergru on December 01, 2025, 12:36:02 PMOder auch nicht, weil die billigen Switche LACP maximal anhand der MACs machen.

Definiere "billig" 🙂

Ich hab noch keinen managed Switch in den Fingern gehabt, bei dem man nicht hash = l2+l3 einstellen konnte. Aber ich finde einen Mikrotik für 200€ ja auch ziemlich günstig.
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: meyergru on December 01, 2025, 01:40:37 PM
Richtig gut wäre ja l4...

Dazu muss ich nicht weit schauen: Unifi erlaubt z.B. überhaupt nicht, den Hash-Type einzustellen (sie haben aber zumindest l3). Under the hood hängt es bei denen vom verbauten Chipsatz ab, nur kann man die Einstellungen dort nicht wirklich persistieren.

Siehe auch: https://forum.opnsense.org/index.php?topic=45429.0

Dabei ist Unifi alles andere als "billig"... Ich hatte schon andere Billig-Switche, die zwar VLANs können, aber kein LAGG, ist aber schon ein Weilchen her.



Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: osmom on December 01, 2025, 03:42:11 PM
Aus deiner Beschreibung ist mir der Sinn des 3 Switches nicht ganz klar. Du kannst doch über den neuen Kabelkanal 2 Leitungen zwischen Opensense und deinem bestehenden Switch legen.
Da dein Powerline laut deiner Beschreibung nach schwach ist,  besprich doch mit deinem Hauselektriker ob der Einbau eines Pasekopplers nicht die bessere Investition wäre. z.B. https://shop.allnet.de/ALLNET-ALL16881-Powerline-Phasenkoppler-Signalbruecke-3-Pha/112411
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: Classic89 on December 01, 2025, 09:31:13 PM
Quote from: osmom on December 01, 2025, 03:42:11 PMAus deiner Beschreibung ist mir der Sinn des 3 Switches nicht ganz klar. Du kannst doch über den neuen Kabelkanal 2 Leitungen zwischen Opensense und deinem bestehenden Switch legen.
Da dein Powerline laut deiner Beschreibung nach schwach ist,  besprich doch mit deinem Hauselektriker ob der Einbau eines Pasekopplers nicht die bessere Investition wäre. z.B. https://shop.allnet.de/ALLNET-ALL16881-Powerline-Phasenkoppler-Signalbruecke-3-Pha/112411

An dem Switch sind dafür nicht mehr genug Ports frei, müsste also eh einen neuen kaufen. Und da beide aktuell im Betrieb befindlichen Switche und auch der WLAN AP PoE fähig sind, war der Gedanke da noch einen PoE-Switch dazwischen zu schalten um sich an den "Endgeräten" zumindest teilweise noch die Netzkabel zu sparen. Gerade beim AP wäre das schon ein großer Vorteil da nur noch ein Kabel hinzuziehen.
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: drosophila on December 02, 2025, 02:46:36 AM
Vielleicht wäre ein externer PEO Injektor (https://www.amazon.com/TRENDnet-Gigabit-Injector-TPE-147GI-Multi-Port/dp/B085Z6BYNV/134-4639412-2488043) die bessere Wahl für Dich? Klar ist es ein Gerät zusätzlich, aber damit bist Du bei der Wahl des Switches, inklusiver zukünftiger Änderungen, wesentlich freier.

Was das schwache Powerlan angeht, könntest Du die Adapter nochmal resetten und am tatsächlichen Anbringungsort neu verpaaren. Oft werden die nebeneinander gesteckt, gepaart, und dann verteilt. So oder so kann sich an der Verbindung untereinander was ändern (und sei es nur ein unschuldig aussehendes neue Steckernetzteil), was die ganze Signalaushandlung zunichte macht. Da kann dann eine Neuaushandlung Wunder wirken (so gesehen: von 14MBits/s zu über 200MBit/s). Die Verbindungsqualität kann man mit den Powerlan-Managerprogrammen angucken, leider aber keine Neuashandlung anstoßen oder sonstiges Management betreiben.

Generell gilt: das Einzige, was ein festverlegtes LAN-Kabel übertrifft, sind zwei festverlegte LAN-Kabel. Wenn Du also diese Chance hast: nutze sie, und verlege so viele wie möglich, wenn Du einmal dabei bist.

Denn egal was man tut: die schlechte Bandbreite kommt nicht von dem einen Port an der OPNsense Box, sondern vom Powerlan und / oder dem WLAN (hast Du ja auch so beobachtet). Eine auf 1Gigabit ausgehandelte WLAN-Verbindung bricht bei ernsthafter Nutzung aber auch schnell ein, und je mehr Parteien mitfunken (eigene Geräte oder die der Nachbarn), umso schneller wird es schlechter. Das ist bei Powerline nicht anders, nur, dass da jede Lampe, jedes Steckernetzteil, Fernseher, Computer, etc. ggfs. für Störungen sorgen. Daher ist es auf jeden Fall sinnvoll, möglichst viele Geräte möglichst direkt und per Kabel anzubinden. Da würde aber kein Unterschied zwischen dem einzelnen Port an der OPNSense Box und der Bündelung herauskommen, weil entweder der Verkehr gar nicht über die OPNSense Box läuft (z.B. für ein NAS), oder durch die Internetanbindung begrenzt ist, und bei Beidem zusammen ja eigentlich auch nicht (da begrenzt dann eher die Verbindung am Rechner). Die Portbündelung würde IMO nur dann etwas bringen, wenn 1) Deine Internetverbindung deutlich schneller ist als der Port an der OPNSense Box und 2) Deine Geräte entweder gleichzeitig oder einzeln diese Bandbreite auch absorbieren können. Deiner Beschreibung nach ist ein Gerät (der Desktop-PC) Hauptnutzer der Bandbreite und die anderen sind Nebenschauplätze. Es wäre wahrscheilich am besten, das Hauptgerät direkt anzubinden und so dem Rest das ganze W/PLAN zu überlassen, die VLANs sind dafür eigentlich egal.

Der Hauptgrund, trotzdem einen Managed Switch zu nehmen wäre die Tatsache, dass an jedem (derzeit noch freien) Port eher früher als später ein Gerät hängen wird. Und wenn der dann keine VLANs kann, ist das natürlich schlecht.
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: viragomann on December 02, 2025, 11:29:27 AM
Quote from: drosophila on December 02, 2025, 02:46:36 AMDa würde aber kein Unterschied zwischen dem einzelnen Port an der OPNSense Box und der Bündelung herauskommen, weil entweder der Verkehr gar nicht über die OPNSense Box läuft (z.B. für ein NAS), oder durch die Internetanbindung begrenzt ist, und bei Beidem zusammen ja eigentlich auch nicht (da begrenzt dann eher die Verbindung am Rechner). Die Portbündelung würde IMO nur dann etwas bringen, wenn 1) Deine Internetverbindung deutlich schneller ist als der Port an der OPNSense Box
Das kommt darauf an...
Hier geht es um VLANs, für welche OPNsense das Standardgateway ist. Jedes Paket zwischen den VLANs muss die eine Leitung zur OPNsense in beide Richtungen passieren.

Also wenn hier ein entsprechender Traffic zwischen den VLANs zu erwarten ist, macht Bündelung doch Sinn.
Wenn der Zweck der VLAN lediglich ist, das Netzwerk zu segmentieren und den daran angeschlossenen Geräten Internet bereit zu stellen, ist wahrscheinlich eher die Internetanbindung der Flaschenhals und eine zweite Leitung würde nichts bringen.
Title: Re: Frage bzgl. Unmanaged Switches und VLANs
Post by: Classic89 on December 02, 2025, 09:54:25 PM
Quote from: drosophila on December 02, 2025, 02:46:36 AMVielleicht wäre ein externer PEO Injektor (https://www.amazon.com/TRENDnet-Gigabit-Injector-TPE-147GI-Multi-Port/dp/B085Z6BYNV/134-4639412-2488043) die bessere Wahl für Dich? Klar ist es ein Gerät zusätzlich, aber damit bist Du bei der Wahl des Switches, inklusiver zukünftiger Änderungen, wesentlich freier.

Was das schwache Powerlan angeht, könntest Du die Adapter nochmal resetten und am tatsächlichen Anbringungsort neu verpaaren. Oft werden die nebeneinander gesteckt, gepaart, und dann verteilt. So oder so kann sich an der Verbindung untereinander was ändern (und sei es nur ein unschuldig aussehendes neue Steckernetzteil), was die ganze Signalaushandlung zunichte macht. Da kann dann eine Neuaushandlung Wunder wirken (so gesehen: von 14MBits/s zu über 200MBit/s). Die Verbindungsqualität kann man mit den Powerlan-Managerprogrammen angucken, leider aber keine Neuashandlung anstoßen oder sonstiges Management betreiben.

Generell gilt: das Einzige, was ein festverlegtes LAN-Kabel übertrifft, sind zwei festverlegte LAN-Kabel. Wenn Du also diese Chance hast: nutze sie, und verlege so viele wie möglich, wenn Du einmal dabei bist.

Denn egal was man tut: die schlechte Bandbreite kommt nicht von dem einen Port an der OPNsense Box, sondern vom Powerlan und / oder dem WLAN (hast Du ja auch so beobachtet). Eine auf 1Gigabit ausgehandelte WLAN-Verbindung bricht bei ernsthafter Nutzung aber auch schnell ein, und je mehr Parteien mitfunken (eigene Geräte oder die der Nachbarn), umso schneller wird es schlechter. Das ist bei Powerline nicht anders, nur, dass da jede Lampe, jedes Steckernetzteil, Fernseher, Computer, etc. ggfs. für Störungen sorgen. Daher ist es auf jeden Fall sinnvoll, möglichst viele Geräte möglichst direkt und per Kabel anzubinden. Da würde aber kein Unterschied zwischen dem einzelnen Port an der OPNSense Box und der Bündelung herauskommen, weil entweder der Verkehr gar nicht über die OPNSense Box läuft (z.B. für ein NAS), oder durch die Internetanbindung begrenzt ist, und bei Beidem zusammen ja eigentlich auch nicht (da begrenzt dann eher die Verbindung am Rechner). Die Portbündelung würde IMO nur dann etwas bringen, wenn 1) Deine Internetverbindung deutlich schneller ist als der Port an der OPNSense Box und 2) Deine Geräte entweder gleichzeitig oder einzeln diese Bandbreite auch absorbieren können. Deiner Beschreibung nach ist ein Gerät (der Desktop-PC) Hauptnutzer der Bandbreite und die anderen sind Nebenschauplätze. Es wäre wahrscheilich am besten, das Hauptgerät direkt anzubinden und so dem Rest das ganze W/PLAN zu überlassen, die VLANs sind dafür eigentlich egal.

Der Hauptgrund, trotzdem einen Managed Switch zu nehmen wäre die Tatsache, dass an jedem (derzeit noch freien) Port eher früher als später ein Gerät hängen wird. Und wenn der dann keine VLANs kann, ist das natürlich schlecht.

Das mit dem PoE-Injektor hatte ich auch mal überlegt, aber dann wieder verworfen weil ich eh noch einen zusätzlichen Switch dazu holen wollte um die bereits angesprochene Aufteilung von LAN (und einem VLAN für meine Arbeitsgeräte zur Isolierung vom Rest) und den VLANs für meine DMZ und IoT zu erreichen. Hier findet auch der von viragomann angesprochene Traffic über die OPNSense zwischen LAN und den beiden anderen VLANs statt. Daher würde wie ich das verstanden habe die Aufteilung hier schon etwas bringen, weil dann der Traffic durch die Firewall eben nicht durch die gleiche Leitung rein und raus muss. Dass die mangelnde Bandbreite nicht an der Internet-Verbindung oder der OPNSense liegt ist mir auch bewusst, ich bin mir hier recht sicher dass die Powerline-Verbindung das Nadelör ist. Den Tipp mit dem neu pairen werde ich auf jeden Fall auch noch ausprobieren, auch wenn ich die Adapter in der aktuellen Konstellation bereits bei Einrichtung so gepairt habe und seitdem auch nicht umgesteckt habe. Zusätzliche Verbraucher können seitdem natürlich schon dazu gekommen sind.

In jedem Fall auch euch beiden danke für die zahlreichen Hinweise!